Umweltfestival „Stand up for Nature“ in Kleve

  • Ariane Stedtfeld

Steh auf für die Natur. Unter diesem Motto stellten mehr als 30 Initiativen und Organisationen rund um die Wasserburg Rindern in Kleve am 21. Mai 2022 ihre Ideen für den Schutz der Umwelt vor. Veranstaltet wurde das Festival vom Bistum Münster, Fridays for Future, der Evangelischen Kirche im Rheinland und der Deutschen Pfadfinderschaft St. Georg im Bezirk Niederrhein Nord.

Mitmachaktionen

Zahlreiche Mitmachstände luden ein, aktiv zu werden und auszuprobieren. So wurden bienenfreundliche Pflanzen gesetzt, Saatkugeln und Insektenhotels hergestellt, mit Wiesenkräutern Stockbrot gebacken und mikroplastikfreie Zahnpasta selbst produziert. Nachhaltigkeit braucht viele kleine und große Schritte. Deshalb präsentierten Fridays for Future ihre Forderungen an die lokale und nationale Politik und diskutierten mit der ehemaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und Umweltbischof Rolf Lohmann Fortschritte und Handlungsbedarf in Politik, Gesellschaft und Kirche. Mit vielfältigen Angeboten wurden auch die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung von Schulen vorgestellt und die Fairtrade Town Kleve und katholische Jugendverbände informierten über alle Sinne über Fairen Handel.

BUND Pflanzaktion, Foto: Ariane Stedtfeld

Fair Heiraten

Der Kirchenkreis Kleve war mit dem Gemeindedienst für entwicklungspolitische Bildung vertreten. Präsentiert wurden Akzente für Nachhaltigkeit rund um die Hochzeitsfeier (pdf-Broschüre für mehr Infos). Besucherinnen und Besucher erzählten vom Brautkleid für einen Tag, das schon neu sein muss, das bereits im Schrank war, das die Mutter nähte, das danach verkauft oder umgefärbt wurde.  „Es war eine Hochzeit, die wirklich zu uns passte“, fasste eine Besucherin zusammen und markierte auf einer Weltkarte die Ostsee, die sie per Rad als Hochzeitsreise umrundeten. Fairtrade Deutschland unterstützte den Stand mit fair gehandelten Rosen für Verliebte.

Nachhaltigkeit rund um die Hochzeitsfeier, Foto: Ariane Stedtfeld

Auch die evangelische Handy-Aktion NRW warb für Nachhaltigkeit mit Tipps für Nutzung und Recycling von Mobiltelefonen, sind sie doch wahre kleine Schatzkisten voller Rohstoffe. Der Erlös der Sammlungen geht an Menschenrechtsprojekte von Brot für die Welt.

Handy-Aktion NRW, Bettina Waldt ,Foto: Ariane Stedtfeld

Handeln für die Schöpfung

Der Arbeitskreis „Handeln für die Schöpfung“ der Natur und Umweltschutz Akademie NRW  informierte über Artenvielfalt und deren Schutz. „Für Gemeinden und kirchliche Einrichtungen gibt es zahlreiche Möglichkeiten, zum Erhalt der biologischen Vielfalt beizutragen, u.a. mit Natursteinmauern, Dachbegrünungen, aber auch bei Verpachtungen und der Gestaltung von Friedhöfen“, informierte Kirsten Troost-Ashour vom Nachhaltigkeitsmanagement des Landeskirchenamts der EKiR. Gute Beispiele und Praxistipps für Gemeinden und kirchliche Einrichtungen finden sich unter dem Infoportal www.kirche-natur.nrw.de.

Von links nach rechts: Norbert Blumenroth (NUA), Weihbischof Rolf Lohmann, Dr. Gertrud Hein ( NUA), Thomas Kamp-Deister (Bistum Münster), Kirsten Troost-Ashour (EKiR), Stefanie Horn ( NUA), Foto: Karola Wiedemann

„Das Umweltfestival war geprägt von Neugierde, Offenheit und dem Willen, gemeinsam einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit zu leisten“, so Weihbischof Lohmann, Schirmherr des Festivals. „Diese Einstellung ist eine wichtige Grundvoraussetzung, damit der notwendige Wandel in unserer Art zu leben gelingen kann. Deshalb möchte ich Sie bitten: Bewahren Sie sich diese Eigenschaften. Bleiben Sie neugierig, offen und engagiert“. Das bleiben wir.