Dialog für mehr Nachhaltigkeit

Zum Engagement im Dialog Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie rufen die EKD und andere kirchliche Akteure auf.

In einer gemeinsamen Erklärung haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD)Brot für die Welt, die Diakonie Deutschland und das Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit den Entwurf der überarbeiteten Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) bewertet. Die Bundesregierung hat den Entwurf als Dialogfassung veröffentlicht. Einzelne Bürgerinnen und Bürger sowie gesellschaftliche Akteure sind jetzt dazu aufgerufen, den Text in einem Online-Verfahren zu kommentieren und ihre Ideen einzubringen.

Fehlende konkrete Schritte

In der Nachhaltigkeitsstrategie fehlen den kirchlich-diakonischen Akteuren eine Strategie des „Genug“ und konkrete politische Schritte zur Umsetzung. Umwelt- und klimaschädigende Subventionen würden in der DNS zwar erwähnt, aber insgesamt noch zu wenig in den Blick genommen. Die durch die Abschaffung von sozial ungerechten umwelt- und klimaschädlichen Subventionen frei werdenden finanziellen Mittel müssten gemeinwohlorientiert in den Klimaschutz investiert werden. Die Nachhaltigkeitsstrategie müsse ambitionierter und verbindlicher werden.

Alle Menschen zu nachhaltigem Handeln befähigen

Die Diakonie Deutschland begrüßt, dass menschliches Wohlbefinden und soziale Gerechtigkeit in der Dialogfassung der Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie eine große Rolle spielen. Besonders den Ansatz, alle Menschen zu nachhaltigem Handeln zu befähigen, hält sie für wichtig.

International ist es nach Ansicht von Brot für die Welt ein wichtiger Fortschritt, dass in jedem Kapitel sogenannte Spill-Over-Effekte (Übertragungseffekte) benannt werden und so die Auswirkungen des Handelns Deutschlands auf andere Länder in den Blick kommen. Folgerichtig wäre die Aufnahme neuer Spill-Over-Indikatoren, auf die aber in der Dialogfassung verzichtet werde.

Die Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie (DNS) gibt es seit 2002. Sie orientiert sich an den Zielen der Agenda 2030 für Nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen. Die Strategie wird alle vier Jahre aktualisiert.

Dialogverfahren Nachhaltigkeitsstrategie

Alle Bürgerinnen und Bürger können sich am Dialogverfahren zur Deutschen Nachhaltigkeitsstrategie beteiligen. Interessierte müssen ihre Impulse bis zum 26. Juli einbringen. Sarah Ryglewski, Staatsministerin beim Bundeskanzler, erklärt dazu: „Wir brauchen die Ideen, die Innovationskraft, den Mut und das Engagement aus allen Teilen der Gesellschaft – von einzelnen Bürgerinnen und Bürgern, von Vereinen, Kommunen, Kirchen, Gewerkschaften, Wirtschaft, Politik, Wissenschaft, Sport und Kultur.“

Letzte Bearbeitung: Ralf Thomas Müller, 10.07.2024