Schöpfungszeit

Evangelische Kirchen unterstützen internationale Aktionswochen, die den Naturschutz in den Fokus stellen.

Umweltschutz als Ausdruck christlichen Glaubens: Davon sind die Vertreterinnen und Vertreter christlicher Kirchen weltweit überzeugt. Deswegen unterstützen sie seit Ende der 1980er Jahre die Initiative „Schöpfungszeit“, die auf den Ökumenischen Patriarch Dimitrios I. zurückgeht. Dieser hatte 1989 zu einem Tag des Gebets für die Schöpfung am 1. September ausgerufen. Später wurde diese Zeit ausgeweitet und offiziell von der dritten Europäischen Ökumenischen Versammlung der Kirchen 2007 als Schöpfungszeit ausgerufen.

Vom 1. September bis zum 4. Oktober initiieren nun Gemeinden auf den verschiedenen Kontinenten jedes Jahr Veranstaltungen rund um das Thema Naturschutz und Schöpfungsverantwortung. Katholische Christen nehmen an der Aktion ebenso teil wie evangelische. Gottesdienstfeiern, Vorträge, Spendenaktionen: Die Ideen sind vielfältig und können auf der zentralen Internetseite season of creation angemeldet werden.

In 2018 haben Kirchenvertreterinnen und -vertreter aus der ganzen Welt erstmals eine gemeinsame Erklärung zu Umweltschutz und Schöpfungszeit unterzeichnet. Es gehe darum, sich an dem Geschenk der Schöpfung zu erfreuen und gleichzeitig zu reflektieren, wie sich der Mensch um dieses Geschenk kümmern muss. „Während sich die Umweltkrise verschärft, sind wir Christen dringend aufgerufen, unseren Glauben zu bezeugen, indem wir mutig handeln, um das Geschenk, das wir teilen, zu bewahren“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung der kirchlichen Vertreter weltweit.

Aktionstag in Deutschland

Auch die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland ruft zur Beteiligung an der „Schöpfungszeit“ auf. „Christen glauben an Gott, den Schöpfer“, schreibt die ACK in einer Broschüre zur Schöpfungszeit und ergänzt: „Den Raubbau an der Natur sehen sie mit Sorge“. Schon in der Charta Oecumenica sprach sich die Konferenz europäischer Kirchen deswegen für einen ökumenischen Tag des Gebets für die Bewahrung der Schöpfung in den europäischen Kirchen aus. Die ACK hat diese Empfehlung in Deutschland umgesetzt und einen Tag der Schöpfung mit einem zentralen Gottesdienst ins Leben gerufen.

Foto: Herbert Haltmeier, Arbon Bildmotiv zum Ökumenischen Tag der Schöpfung 2021

Schöpfungszeit 2021

Das Gottesdienstheft zur Feier des diesjährigen Ökumenischen Tags der Schöpfung ist erschienen. Unter dem Motto „Damit Ströme lebendigen Wassers fließen“ finden sich in der Publikation drei unterschiedlich und mulitlateral gestaltete liturgische Gottesdienstformate. Sie sind ein Ergebnis der internationalen Zusammenarbeit zwischen den ACKs in Deutschland und in Bayern gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK) und dem Ökumenischen Rat der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ). Bei der zentralen Feier am Samstag, 4. September 2021, am Bodensee in Bregenz, Lindau und Romanshorn werden diese im Gottesdienstheft ausgearbeiteten Texte, Gebete und Lieder verwendet. Das Heft können Sie hier herunterladen.

  • Theresa Demski