„In der Energiekrise haben wir wie viele andere Gemeinden nach einer Alternative zur Beheizung unserer Kirche gesucht“, erzählt Hanno Sparbier-Conradus, der sich auch als Synodalbeauftragter für Umwelt und Klimaverantwortung im Kirchenkreis Köln-Rechtsrheinisch engagiert. Die Heizung sei alt, kreative Lösungen gefragt gewesen. „Wir wollten die Wärme ohne Umwege zu den Menschen bringen“, sagt er.

Wärmedecken sind effektiv und finanziell berechenbar
Das Presbyterium entschied sich für beheizbare Wärmedecken, weil die Gemeinde auch den finanziellen Aufwand für berechenbar hielt. Jeder der 25 Decken schlug mit 120 Euro zu Buche. Seitdem bleibt die Heizung in der Kirche ausgeschaltet und am Eingang können Besucher eine Wärmedecke aus Filz mitnehmen, die dank zweier Thermoelemente und eines Akkus Sitz- und Rückenfläche warm hält. „Nach dem Gottesdienst rollen wir die Decken im Regal ein und laden sie per Kabel wieder auf“, erklärt Sparbier-Conradus. Der Energieaufwand sei nicht vergleichbar mit dem der alten Warmluftheizung. „Und jeder kann selbst entscheiden, ob er eine Decke mit zum Platz nimmt“, sagt Sparbier-Conradus. Gleichzeitig seien die Heizdecken auch an anderen Orten einsetzbar – wie bei Veranstaltungen auf dem Kirchplatz oder beim Kinderprogramm.

KNUT – Körpernahe Umfeld-Temperierung in Kirchen
Die körpernahe Umfeld-Temperierung ist ein innovativer Ansatz zur Beheizung von Kirchenräumen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Systemen, die das gesamte Raumvolumen erwärmen, konzentriert sie sich gezielt auf den Aufenthaltsbereich der Besucherinnen und Besucher. Aufgrund der meist großen Raumhöhen, des hohen Luftvolumens und der oft denkmalgeschützten Bausubstanz stoßen konventionelle Heizsysteme in Kirchen schnell an energetische und bauliche Grenzen.
Durch die gezielte Temperierung von Sitzplätzen, Aufenthaltszonen oder liturgisch genutzten Bereichen wird ein behagliches Empfinden ermöglicht, ohne dass der gesamte Kirchenraum auf hohe Temperaturen gebracht werden muss. Dabei kommen beispielsweise Sitzbankheizungen, Strahlungswärmesysteme oder beheizbare Sitzkissen und Wärmedecken zum Einsatz, die direkt auf den menschlichen Körper wirken. Diese Form der Wärmeübertragung wird als besonders effizient wahrgenommen, da sie weniger von der Lufttemperatur abhängt.
Neben der deutlichen Reduzierung des Energieverbrauchs bietet die körpernahe Umfeld-Temperierung weitere Vorteile. Geringere Temperaturschwankungen im Raum tragen zum Schutz der historischen Bausubstanz, von Altären, Kunstwerken und Orgeln bei. Gleichzeitig bleibt der architektonische Charakter des Kirchenraums weitgehend unbeeinträchtigt, da in der Regel keine umfangreichen baulichen Eingriffe erforderlich sind.
Kontakt zum Projekt
Die Kirchengemeinde informiert gerne über ihr Projekt: Interessierte können sich per Mail bei Hanno Sparbier-Conradus melden.
- Christoph Diefenbach
- Nachhaltigkeitsmanagement im Landeskirchenamt der Evangelischen Kirche im Rheinland
- 0211 4562 240
- christoph.diefenbach@ekir.de